Hobelbank selber bauen

Das Untergestell


Traditionell werden Hobelbänke aus Buche gefertigt. Der Vorteil bei einem Eigenbau ist neben der Personalisierung der Maße auch die Implementierung des eigenen Stils. Wenn euch also so wie mir Ahorn besser gefällt als Buche, dann steht dem auch nichts im Weg. Wichtig ist nur, das man Hartholz verwenden sollte. 

Für meine Hobelbank habe ich mich bei der Holzauswahl für eine B-Ware vom Ahorn entschieden. Der Ahorn ist ein feinporiges Hartholz, gut zu bearbeiten und in Kombination mit einer amerikanischen Nuss ein echter Hingucker. Mein persönlicher Stil und meine Liebe zu diesen beiden Hölzer waren für mich ausschlaggebend.

Für das Untergestell der Hobelbank habe ich die kürzeren Ahorn Pfosten verwendet ausgehobelt und zurecht geschnittenDa ich die Hobelbank in einer traditionellen europäischen Form bauen werde wollte ich auch ein paar Einflüsse der Anglo-Amerikanischen Bauweise einfließen lassen.

 

Meine Hobelbank bekommt ein Split Top, eine schwere Hinterzange, ein traditionelles deutsches Druckbrett also mit einer Vorderzangenspindel sowie eine Moxon-Vise


Die Längsteile der Hobelbank, also die Füße der Unterkonstruktion habe ich mit Schlitz und Zapfen verbunden. Zur optischen Aufwertung der Längsteile habe ich Nussleisten eingelegt. Dieses Feature ist natürlich optional. Wenn du eine schlichte Hobelbank bauen möchtest dann organisiere dir einfach passende Kantholz oder verleimt mehrere Bretter zu einem dickeren Stück. Je massiver das Untergestell ausgeführt ist, desto stabiler wird sie natürlich am Ende sein.


Auf der Ständerbohrmaschine habe ich dann den Großteil des Schlitzes mit einem Forstnerbohrer ausgebohrt. Ganz ist es nicht gegangen, ich habe natürlich auch mit dem Stemmeisen gearbeitet, das ich im Vorfeld einmal geschärft habe. Vor dem Ausstemmen des Schlitzes habe ich dann mit meinem neuen Streichmaß die Fasern des Holzes durchtrennt.

 

An das Ober- und Unterteil des Untergestells habe ich mit dem Winkelhaken eine 45 Grad Markierung 


angezeichnet um diese Schräge in weiterer Folge an der Bandsäge absägen zu können. Im nächsten Schritt habe ich mir am Oberteil jeweils 4 Bohrungen gemacht. In diese Bohrungen kommen dann später Sechskantschrauben mit denen die Bankplatte befestigt wird.  Dazu werde ich in weiterer Folge Messingdübel die in die Bankplatte einlassen.

Zu Beginn habe ich ja von meinem persönlichen Stil den ich in die Werkbank einfließen lassen möchte gesprochen. In die Längsteile des Untergestells, also in jene Teile wo ich bereits Nussleisten eingelassen habe, kommen nun Segmentringe hinein. Ich habe die kleinen Teile also an der Kreissäge herunter geschnitten, verleimt und an der Drechselbank rund gedrechselt.

 

Mit dem Forstnerbohrer habe ich dann in die Längsteile mittig den passenden Durchmesser eingebohrt


beziehungsweise die Mitte des Segmentrings sauber ausgebohrt um sie mit einem Holzdübel aus Nuss füllen zu können. Zur Herstellung des Dübels habe ich einen Zapfenschneider in die Ständerbohrmaschine eingespannt. An die Kanten der Holzteile habe ich mit der Oberfräse eine kleine Fase gefräst. Optisch wirkt das Untergestell nun etwas leichter. Zum Verleimen des Gestells habe ich Fugzwingen verwendet. Nach dem der Leim abgebunden hatte, habe ich noch quer zum Zapfen einen Dübel gesetzt. Die Außenseite hat mir allerdings mit dem Buchendübel optisch nicht so gefallen. In späterer Folge habe ich außen noch einmal mit dem Forstnerbohrer eingebohrt, eine etwas dickere Scheibe aus Nuss eingeleimt und den Überstand mit einem Stemmeisen weggeputzt. Nun war es an der Zeit die Verbindung der beiden Seitenteile des Untergestells zu arbeiten.


Als erstes habe ich mit einem Forstnerbohrer in die Streben eingebohrt und in weiterer Folge mit einem kleinen Holzbohrer die Löcher für die Schrauben vorgebohrt. Diesen Rahmen habe ich dann mit Schrauben verbunden und in die vom Forstnerbohrer gemachten breiteren Löcher habe ich dann noch Holzdübel aus Nuss eingeleimt, damit man die Schrauben nicht sieht. Abschließend habe ich dann an der Unterseite der Füße sogenannte Anti-Rutsch Matten aufgeklebt beziehungsweise habe ich das Gestell zwei Mal mit Hartwachs-Öl behandelt. Normalerweise nimmt man bei Hobelbänken Leinöl. Bei hellen Hölzern bekommt allerdings das Leinöl einen Gelbstich und das hat mir nie so richtig gefallen.



Natürlich habe ich den Herstellungsprozess des Hobelbank-Untergestells auch mit einem Video dokumentiert.

 

Du findest es auf meinem YouTube Kanal, unter diesem Link beziehungsweise kannst du einfach das Foto rechts anklicken. Dann kommst du direkt zum Video. Ach ja, ich freue mich über einen Kommentar!