ARBEITEN MIT EPOXIDHARZ


Holzvorbereitung

Nachdem das Holz gehobelt und geschnitten ist, muss es noch geschliffen werden. Beim Holzschliff in der Vorbereitung reicht es, wenn du es bis zur Körnung 180 schleifst.

 

Du kannst aber auch die Textur des Holzes noch mehr betonen, indem du in der Längsrichtung beispielsweise das Holz bürstest. Das funktioniert sehr gut bei Weichhölzern wie Fichte, Kiefer aber auch bei Lärche kommt die Holzstruktur sehr gut zur Geltung. 


Wenn du beispielsweise eine Eiche oder eine Nuss verarbeitest, kannst du durch das Räuchern den Farbton der genannten Hölzer noch attraktiver machen oder das Holz auch beizen. Wie das funktioniert habe ich schon einmal in einem Video erklärt. Schau es dir einmal an, hier ist der Link dazu.

 

Die schönsten Hölzer sind für mich jene wo man erkennen kann dass es mal ein Baum war. Sprich wo man schöne Äste sieht, Maserknollen oder ein ungleichmäßiges Holzbild. Als erstes müssen die Risse oder Äste einmal vom Staub befreit werden, welcher sich beim Schleifvorgang darin angehaftet hat. Das funktioniert bestens mit einer Druckluftpistole. Wenn sich in den Rissen oder Ästen etwas mehr Schmutz angesammelt hat, kannst du auch mit einer alten Zahnbürste die unerwünschten Teilchen heraus bürsten. 

 

Solltest du mit dem Gedanken spielen, Risse oder Äste kristallklar auszugießen musst du die Kanten der Risse und auch alles was man dann von oben sehen könnte mit dem Messer oder einem Stemmeisen bearbeiten, sodass keine Holzfasern mehr lose im Riss hängen. Lose teile schwimmen sonst auf und du hast im klaren Epoxidharz einen unerwünschten Einschluss. Letzteres ist nicht so tragisch wenn du die Risse oder Äste mit einem kräftigen eingefärbten Harz füllst. Die losen Teilchen, Schmutz und Staub müssen aber dennoch entfernt werden.

 

Der nächste Schritt ist, das Abkleben der Risse oder Äste an der Ober- oder Unterseite. Je nachdem mit welcher Seite du mit dem Ausfüllen beginnen möchtest. Ich entscheide mich immer nach folgendem Gesichtspunkt mit welcher Seite ich anfange. Welche Seite hat mehr zum Bearbeiten? Ich klebe daher dann die Seite ab die weniger Arbeitsaufwand erfordert und beginne mit der Seite die viel zu gießen hat.

 

In vielen Videos sieht man, dass mit Silikon ein Damm rund um das zu füllende Loch gemacht wird. Ich rate von der Verwendung von Silikon ab, weil es sich nicht wirklich mit Epoxidharz verträgt. Andererseits wenn Silikon ins Holz rein gelangt und zu schmieren beginnt hat man danach extreme Probleme mit einem Oberflächenfinish. Ich empfehle einen MS Polymer Kleber oder die gute alte Heißklebepistole um einen Damm aufzubauen.

 

Danach misst man die benötigte Menge an Harz ab und gibt es in einen Behälter. Bevor der Härter dann beigemengt wird, muss das Farbpigment oder die Acrylfarbe verrührt sein. Es gibt Epoxidharzmischungen die schneller mit dem Trocknungsprozess beginnen. Wenn man die Farbe also erst am Ende beimengt, verliert man dadurch viel Verarbeitungszeit. Wenn das Harzgemisch dann keine Schlieren mehr hat, kann es verarbeitet werden. Allerdings muss man hier auch aufpassen. Es gibt Harze und Härter wo man von Beginn an keine Schlieren nach dem Vermengen hat. Hier sollte man unbedingt im Beipackzettel des Harzes nachsehen, wie lange man das Gemisch dann rühren muss.

 

Wichtig ist auch die Riverkante mit klarem Epoxidharz einzustreichen. Das verhindert, dass beim späteren Guss des Rivers Luftblasen aus der Kante aufsteigen. Ich verwende in der Werkstatt 3 farblich unterschiedliche Pinsel. Pinsel mit roten Griffen verwende ich für Epoxidharz, Pinsel mit blauem Griff verwende ich für Lack, und Pinsel mit schwarzen Griffen verwende ich für Öle. Das hat den Vorteil, dass man an der Farbe den letzten Verwendungszweck ablesen kann und so nicht mit einem Pinsel der vorher im Öl war in das Epoxidharzgemisch reinfährt.

 

Bei grobporigen Hölzern wie Eiche oder Esche muss man beim Ausgießen der Äste oder Risse besonders vorsichtig sein. Beide Hölzer haben wie gesagt gröbere Poren. Schmutz, Staub und eingefärbtes Epoxidharz können sich in diesen Poren einlagern und man hat dann beispielsweise auf einem schönen gelblichen Eschenholz, schwarze Farbpigmente in der Fläche. Ich empfehle euch daher beispielsweise eine Esche vorher komplett mit klarem Epoxidharz einzustreichen. Es reicht eine dünne Schicht die alles bedeckt.

 

Nach dem Trocknen des klaren Harzes, können dann Risse und Löcher ganz einfach gefüllt werden und der Überschuss kann mit einer Spachtel schön abgezogen werden ohne dass die Pigmente haften bleiben. Nach dem beide Seiten eingestrichen sind kann es sein, das sich einige Harzklumpen an den Rändern ansetzen. Das passiert wenn man eine Seite einstreicht und überschüssiges Harz an der Unterseite, also am unteren Rand des Holzes haften bleiben. Diese müssen nur weggeschliffen werden, damit das Holz dann gerade in den Rahmen oder die Form gelegt werden kann.

 

Es empfiehlt sich auch die Riverkante vor dem Gießen noch einmal mit einem 220er Schleifpapier anzuschleifen, damit das Harz eine Verbindung zur vorherigen Schicht aufbauen kann. Dieser Vorgang empfiehlt sich auch wenn man in Schichten gießt. Hier gibt es zwei Varianten. Entweder lässt man alles austrocknen und schleift dann die Harzschicht etwas an und entfernt die Staubkörner, oder man gießt auf noch nicht ganz ausgetrocknetes Harz eine weitere Schicht darauf. Die vorherige Schicht sollte dann noch etwas klebrig sein. Mit dem Handschuh kann man diese Klebrigkeit gut überprüfen. Um das Eindringen von Staub oder Insekten zu verhindern während das Harz trocknet empfiehlt es sich eine „Haube“ über den Tisch zu stülpen.